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PPI schadet nie – Oder doch?

Viele von uns haben schon einmal Erfahrung mit sogenannten „Magenschutz“ Tabletten gehabt. Dieser verharmlosende Ausdruck täuscht jedoch ein wenig über die weniger erfreuliche Seite der Protonenpumpenhemmer (PPI) hinweg. In den letzten zehn Jahren hat sich deren Verschreibungshäufigkeit mehr als verdreifacht, was nicht unbedingt der vermehrten Häufigkeit von Magenbeschwerden geschuldet ist. Vielmehr macht es die gute kurzfristige Verträglichkeit dieser Wirkstoffe verlockend sie präventiv zu verschreiben, oder sie nach einer Akuttherapie einfach ins Standardrepertoire zu übernehmen.
Die hervorragende Wirksamkeit bei akuten gastritischen Beschwerden ist dabei natürlich nicht zu leugnen; Probleme die bei der Langzeitanwendung auftreten können verdienen aber durchaus genauere Betrachtung. Die Magensäure erfüllt nämlich eine wesentliche Rolle im Verdauungs- und Immunsystem. Der saure Magen ist für viele bakterielle Erreger eine unüberwindbare Hürde. Ist diese Hürde durch PPIs nun niedriger, können Bakterien den Darm erreichen, die dort eigentlich nichts verloren haben, das Mikrobiom im Darm nachhaltig verändern und so das Risiko für entzündliche Darmerkrankungen erhöhen. Es scheint auch einen Zusammenhang zwischen PPI-Einnahme und erhöhtem Pneumonierisiko zu geben, was auch einen Zusammenhang mit der nicht mehr physiologischen bakteriellen Besiedlung haben dürfte.
Die dauerhafte Einnahme von PPIs ist weiters ein massiver Eingriff in den Magnesium und den Vitamin B12 Stoffwechsel. Chronische Magnesiummangelzustände können über kurz oder lang zu Muskelbeschwerden und erhöhtem Knochenbruchrisiko führen. Eine Unterversorgung an Vitamin B12 führt zu Symptomen wie Energielosigkeit, Schlaf- und Konzentrationsstörungen und Eisenmangel.
Die Einnahme von PPIs sollte im Akutfall daher einen Zeitraum von 8 Wochen nicht überschreiten. Sollte eine dauerhafte Einnahme aber dennoch nötig sein (Schmerztherapie, Cortisoneinnahme) sollten Werte wie Knochendichte, Eisen- und Magnesiumspiegel und der Vitamin B12 Status regelmäßig überwacht werden und gegebenenfalls begleitend eingenommen werden.
Die Anwendung von unseren lieben Magenschonern sollte also von Zeit zu Zeit gründlich hinterfragt werden, und sie dürfen im Bedarfsfall nur zeitlich streng begrenzt zum Einsatz kommen.
H.H.

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